Fantasy: Abhorsen, Keys to the Kingdom, Merle-Trilogie

Nach dem Lesen von Nicholas Sayre and the Creature in the Case in Across the Wall und meinem erschreckten Feststellen, daß das ja die einzige Old Kingdom-Geschichte in dem Band ist, habe ich begonnen die Hörbücher, gelesen vom immer wieder brillianten Tim Curry, nochmal zu hören, ich bin irgendwie total fasziniert von der Welt, die Garth Nix da erschafft, ein Gefühl, wie ich es z. B. aus den besten Momenten von The Elder Scrolls: Morrowind kenne.

The Creature in the Case war ein wunderschönes Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren und der Welt und die Hörbücher sind jetzt natürlich nur eine Übersprungshandlung, bis vielleicht mal neue Bücher kommen. Hier finde ich die Idee ein Buch über Chlorr of the Mask zu machen, also einer in der Serie als »Böse« Auftretende (wobei man Nixs Sympathien für sie am Ende von Buch 3 im Nachhinein schon ahnen kann) fast genauso spannend wie ein Sequel zu Abhorsen.

Der Keys to the Kingdom-Serie stehe ich noch ein bischen skeptisch gegenüber. Das erste Buch war im Großen und Ganzen echt gute Kost, das zweite kommt noch nicht so wirklich in Schwung. Mister Monday und Grim Tuesday sind für mich bis hier eher wie – die auch wirklich nicht schlechte – Merle-Trilogie von Kai Meyer, gute Unterhaltung zwar aber an das Alte Königreich reichen sie nicht heran.

Apropos, die Merle-Trilogie höre ich ja auch mit gemischten Gefühlen: Einerseits mag ich das Setting Venedig und die Charaktere recht gern, und auch die Idee einer real existierenden Hölle finde ich großartig, mit den Ägyptern/Pharaonen als Feinden tue ich mich allerdings noch schwer. Ich glaube, die Kultur ist mir durch Kindertage und diese beschissenen Die Mumie-Filme irgendwie zu verleidet worden als daß ich da wirklich noch Angst vor haben könnte. Und mit Verlaub gesagt, während ich Katharina Thalbachs Lesung von Kai Meyers Frostfeuer ziemlich überzeugend fand, stößt Nina Petri bei der Merle-Saga merklich an ihre Grenzen. Den jungen Protagonisten kann sie einigermaßen glaubhaft eine Stimmer verleihen, bei älteren Menschen, Bösewichten und monströsen Getier, das einen gruseln sollte, gelingt dies aber überhaupt nicht, was der Spannung der Erzählung natürlich nicht grade gut tut

Ach, ja: hatte ich damals übersehen: bad news, sie machen einen Sabriel-Kinofilm (und vielleicht auch einen oder mehrere von Keys to the Kingdom). Irgendwie bin ich aber soweit, daß mir das echt egal ist, ich werde es mir sowieso nicht anschauen, nach dem Goldenen Kompass, Krabat und diversen anderen Machwerken lässt es mich inzwischen völlig kalt, wenn meine Lieblinge durch die Hollywood-Maschine gedreht werden.

Sexistische Fantasy Kackscheiße

Im Gegensatz zu Harry Potter, von dem ich meine, daß ich damals ähnliches zum Thema gelesen habe (nämlich Sexismus-Vorwürfe), werde ich mich mit diesem Scheiß ganz sicher nicht beschäftigen. Leute dürfen ja gerne glauben was sie wollen, aber wenn ich mal Bill Mahlers Religulous und anderen Unwahrheiten, die man so aufschnappt, glaube, scheinen Mormonen eher welche von den Jungs und Mädels zu sein, die mit ihrem Glauben nicht grade zum Wohlergehen der Menschheit beitragen, also eher Scientology als Buddhismus (da könnt man jetzt auch drüber diskutieren, ob der Buddhismus zum Wohle der Menschheit beiträgt. Vielleicht will ich auch eher sagen, daß er nicht so sehr schadet, wie andere Religionen).

Und wenn dann eine Mormonin über glänzende Vampire schreibt, ist es eigentlich klar, daß da nur ein beschissenes, reaktionär-veraltetes Frauenbild gezeigt werden kann. Sexistische Kackscheiße, wie es hier in BS vor einiger Zeit auf schönen Plakaten hieß (schön vor allem, weil nicht auf die üblichen Werbe-Nudos, sondern einfach auf die Wand geklebt). Ich will hier jetzt meine Energien nicht auf so ein leidiges Thema verschwenden, Google is wie immer your friend without any Hintergedanken zum Thema Twilight & Sexismus bzw. & Feminismus.

Lest mal lieber Philip Pullmans Dark Materials-Trilogie, seine Sally Lockhart-Bücher, Garth Nixs Old-Kingdom-Trilogie, Tad Williams Shadowmarch-Reihe, die Bartimäus-Trilogie etc. pp. Da gibt’s Mädchen und Frauen, die frei und selbstbewusst handeln und keinen beknackten Rollenmustern verhaftet sind.

UPDATE 2014: Auch schön, wie ich ausschließlich Bücher von (alten) weißen Männern empfehle, die Geschichten über weiße, heterosexuelle und auch ca. sonst 98% normgerechte Menschen schreiben. Bin da noch nicht viel weiter aber es gibt z. B. N. K. Jemisin, Ursula K. Le Guin (OMG Homepage Gold!), Nalo Hopkinson, Nnedi Okorafor, Eketarina Sedia, Laurie Marks, Hiromi Goto, Tamora Pierce, Aliette de Bodard, Ken Lui, David Anthony Durham etc.

Und dann ändere ich mal diesen komischen Titel, der wahrscheinlich nur Leute, die Porn suchen auf die Seite spült. Nich’ dass er jetzt besser is’ #___#

Fantasy-Buchcover-Designs

Warum sind Fantasy-Buchcover eigentlich immer noch circa hundertmal hässlicher als andere Buchcover?

Ein Schicksal, daß sie, glaube ich, mit Krimis teilen (nicht so mein Genre, aber was man in Buchhandlungen so sieht …). Viele Bücher würde ich überhaupt nicht in die Hand nehmen, wenn ich nicht irgendwie anders auf sie oder die Autoren aufmerksam geworden geworden wäre, durch Hörbücher oder Reviews etc.

Gutes Beispiel: das neuste Werk von Jonathan Stroud Heroes of the Valley bzw. Heroes – Das Tal der Wächter, wie der grausige Denglish-Titel hierzulande lautet. Schlimmstes Klischeebild, irgendwie unlieb mit Gold umrandet und hat genau 0% was mit dem Inhalt zu tun.* Auch die Bartimäus-Buchcover sind nicht gerade Design-Glanzleistungen, im Gegensatz zum glanzvollen okayen literarischen Inhalt. Dieses ungleiche Verhältnis von Buch und Cover ist mir das erste mal bei den schlimmen Titelbildern von Tad Williams Drachenbeintriologie aufgefallen. Und wenn man erstmal drauf achtet …

Garth Nix-Bücher sind besonders böse. Ich glaube, mein Hauptproblem bei diesem Thema ist, daß es bei Fantasy-Buchcovern eigentlich immer nur darum geht den Inhalt darzustellen/abzubilden (und nicht darum, ihn zu illustrieren**), was meist darauf hinausläuft einfach die Helden aufs Titelbild zu ballern. Das ist für jemanden, der Design und insbesondere Illustration studiert ein bischen billig und ich habe ja diese Krankheit, daß ich mir meine Phantasie gerne selbst mache, dankeschön, und niemanden brauche, der mir vorschreibt wie der/die Held/-innen auszusehen haben (deswegen Romanverfilmungen = schlimme Sache). Ich will Sabriel nicht auf dem Titelbild haben (und so sieht die auch nicht aus!). Basta.

Natürlich kann ich’s schon nachvollziehen, daß diese Buchcover irgendwie so aus der Ecke mit Rollenspielen und Science Fiction kommen und da will man halt so Airbrush-mässige Gemälde auf den Titeln, mit den Helden in Heldenpose und einem malerischen Hintergrund und keine ausgefeilten Designspielereien (auch, weil das die reaktionäre Zielgruppe verwirren würde). Wahrscheinlich muss man das Ganze immer in so einem Magic: The Gathering-Zusammenhang sehen. Zeitgemäß finde ich das aber trotzdem irgendwie nicht (ungeachtet der Frage ob Fantasy-Literatur nun zeitgemäß ist oder nicht, könnte den Büchern trotzdem zumindest manchmal ein hübsches Cover verpassen, wie anderen Büchern ja auch).

Im Grunde nicht wirklich schön aber für Fantasy-Buchtitel-Maßstäbe fast schon herrausragend sind da so Sachen wie Susanna Clarkes Jonathan Strange & Mr. Norrel oder Tad Williams aktuelle Shadowmarch-Trilogie. Und – wobei es sich eigentlich nicht um Fantasy handelt – die Kurzgeschichten-Sammlung von Neil Gaiman, Fragile Things.

* Abgesehen davon, dass der Inhalt genauso Fantasy-0815 ist wie das Cover …
** Eine Illustration sollte ja immer einen Zusatznutzen zum Text haben, etwas sichtbar machen oder aufzeigen, was der Text nicht zeigt oder leistet. Ein bloßes Visualisieren (eines Teils) des Textes ist nicht genug.

Garth Nix – »Abhorsen«-Trilogy Hörbücher

Nach Harry Potter und einem zweiten Lesen von Susanna Clarkes Jonathan Strange & Mr. Norrell stieß ich auf der Suche nach mehr Kost auf Garth Nix’ Abhorsen -Bücher, gelesen in English von dem phantastischen Tim Curry (anscheinend Rocky Horror Picture Show, hab ich mich nie mit befasst). Bei emusic gibt’s ein paar Kostproben zur Trilogie: (Sabriel, Lirael, Abhorsen), allerdings geben die nur sehr mäßig wieder wie perfekt seine rauhe, kratzige Stimme für diesen Fantasy-Schund ist (was ich seit dem Hören immer wieder im Kopf habe ist, wie Curry am Ende des erstem Bandes dem fiesen Oberdämon Kerrigor seine Stimme verlieht, und der dieses eine Wort schreit: »Toys!«. Es ist einfach nur unglaublich …).

Wieder mal bin ich ganz neidisch auf den Einfallsreichtum von Garth Nix, wie er diese phantastische Welt mit ihren eigenen Gesetzen, Magie und Protagonisten ausstattet.

Hab jetzt grad viel Zeit damit verbracht zu versuchen, daß zusammenzufassen und zu erklären, was ich an der Reihe cool finde, das Magiesystem, den Charter, die Idee vom Zwischenreich zwischen dem Leben und dem entgültigen Ende, Necromancern, Anti-Heldinnen und -Helden mit Pupertäts- und Sozialisationsproblemen, die Mischung zwischen einem Fantasy- und einem ca. 1910 Land, aber ich krieg es kein Stück hin (Wikipedia natürlich schon).

Aber es gibt fucking Zombies! Ist das mal Grund genug um diese Bücher geil zu finden, oder was? Und sprechende Hunde und Katzen (die natürlich eigentlich keine sind)!

Natürlich lechtze ich nach mehr und Garth Nix is there to save the day (and earn some money): hab mir grad den Kurzgeschichtenband Across the Wall bestellt und es gibt frohe Kunde: zwei neue Romane sind in Arbeit. Jetzt sind erstmalThe Keys to the Kingdom als Hörbuch dran. Ein Asthma-kranker Junge als Held ist schonmal cool.