Sexistische Fantasy Kackscheiße

Im Gegensatz zu Harry Potter, von dem ich meine, daß ich damals ähnliches zum Thema gelesen habe (nämlich Sexismus-Vorwürfe), werde ich mich mit diesem Scheiß ganz sicher nicht beschäftigen. Leute dürfen ja gerne glauben was sie wollen, aber wenn ich mal Bill Mahlers Religulous und anderen Unwahrheiten, die man so aufschnappt, glaube, scheinen Mormonen eher welche von den Jungs und Mädels zu sein, die mit ihrem Glauben nicht grade zum Wohlergehen der Menschheit beitragen, also eher Scientology als Buddhismus (da könnt man jetzt auch drüber diskutieren, ob der Buddhismus zum Wohle der Menschheit beiträgt. Vielleicht will ich auch eher sagen, daß er nicht so sehr schadet, wie andere Religionen).

Und wenn dann eine Mormonin über glänzende Vampire schreibt, ist es eigentlich klar, daß da nur ein beschissenes, reaktionär-veraltetes Frauenbild gezeigt werden kann. Sexistische Kackscheiße, wie es hier in BS vor einiger Zeit auf schönen Plakaten hieß (schön vor allem, weil nicht auf die üblichen Werbe-Nudos, sondern einfach auf die Wand geklebt). Ich will hier jetzt meine Energien nicht auf so ein leidiges Thema verschwenden, Google is wie immer your friend without any Hintergedanken zum Thema Twilight & Sexismus bzw. & Feminismus.

Lest mal lieber Philip Pullmans Dark Materials-Trilogie, seine Sally Lockhart-Bücher, Garth Nixs Old-Kingdom-Trilogie, Tad Williams Shadowmarch-Reihe, die Bartimäus-Trilogie etc. pp. Da gibt’s Mädchen und Frauen, die frei und selbstbewusst handeln und keinen beknackten Rollenmustern verhaftet sind.

UPDATE 2014: Auch schön, wie ich ausschließlich Bücher von (alten) weißen Männern empfehle, die Geschichten über weiße, heterosexuelle und auch ca. sonst 98% normgerechte Menschen schreiben. Bin da noch nicht viel weiter aber es gibt z. B. N. K. Jemisin, Ursula K. Le Guin (OMG Homepage Gold!), Nalo Hopkinson, Nnedi Okorafor, Eketarina Sedia, Laurie Marks, Hiromi Goto, Tamora Pierce, Aliette de Bodard, Ken Lui, David Anthony Durham etc.

Und dann ändere ich mal diesen komischen Titel, der wahrscheinlich nur Leute, die Porn suchen auf die Seite spült. Nich’ dass er jetzt besser is’ #___#

Fantasy-Buchcover-Designs

Warum sind Fantasy-Buchcover eigentlich immer noch circa hundertmal hässlicher als andere Buchcover?

Ein Schicksal, daß sie, glaube ich, mit Krimis teilen (nicht so mein Genre, aber was man in Buchhandlungen so sieht …). Viele Bücher würde ich überhaupt nicht in die Hand nehmen, wenn ich nicht irgendwie anders auf sie oder die Autoren aufmerksam geworden geworden wäre, durch Hörbücher oder Reviews etc.

Gutes Beispiel: das neuste Werk von Jonathan Stroud Heroes of the Valley bzw. Heroes – Das Tal der Wächter, wie der grausige Denglish-Titel hierzulande lautet. Schlimmstes Klischeebild, irgendwie unlieb mit Gold umrandet und hat genau 0% was mit dem Inhalt zu tun.* Auch die Bartimäus-Buchcover sind nicht gerade Design-Glanzleistungen, im Gegensatz zum glanzvollen okayen literarischen Inhalt. Dieses ungleiche Verhältnis von Buch und Cover ist mir das erste mal bei den schlimmen Titelbildern von Tad Williams Drachenbeintriologie aufgefallen. Und wenn man erstmal drauf achtet …

Garth Nix-Bücher sind besonders böse. Ich glaube, mein Hauptproblem bei diesem Thema ist, daß es bei Fantasy-Buchcovern eigentlich immer nur darum geht den Inhalt darzustellen/abzubilden (und nicht darum, ihn zu illustrieren**), was meist darauf hinausläuft einfach die Helden aufs Titelbild zu ballern. Das ist für jemanden, der Design und insbesondere Illustration studiert ein bischen billig und ich habe ja diese Krankheit, daß ich mir meine Phantasie gerne selbst mache, dankeschön, und niemanden brauche, der mir vorschreibt wie der/die Held/-innen auszusehen haben (deswegen Romanverfilmungen = schlimme Sache). Ich will Sabriel nicht auf dem Titelbild haben (und so sieht die auch nicht aus!). Basta.

Natürlich kann ich’s schon nachvollziehen, daß diese Buchcover irgendwie so aus der Ecke mit Rollenspielen und Science Fiction kommen und da will man halt so Airbrush-mässige Gemälde auf den Titeln, mit den Helden in Heldenpose und einem malerischen Hintergrund und keine ausgefeilten Designspielereien (auch, weil das die reaktionäre Zielgruppe verwirren würde). Wahrscheinlich muss man das Ganze immer in so einem Magic: The Gathering-Zusammenhang sehen. Zeitgemäß finde ich das aber trotzdem irgendwie nicht (ungeachtet der Frage ob Fantasy-Literatur nun zeitgemäß ist oder nicht, könnte den Büchern trotzdem zumindest manchmal ein hübsches Cover verpassen, wie anderen Büchern ja auch).

Im Grunde nicht wirklich schön aber für Fantasy-Buchtitel-Maßstäbe fast schon herrausragend sind da so Sachen wie Susanna Clarkes Jonathan Strange & Mr. Norrel oder Tad Williams aktuelle Shadowmarch-Trilogie. Und – wobei es sich eigentlich nicht um Fantasy handelt – die Kurzgeschichten-Sammlung von Neil Gaiman, Fragile Things.

* Abgesehen davon, dass der Inhalt genauso Fantasy-0815 ist wie das Cover …
** Eine Illustration sollte ja immer einen Zusatznutzen zum Text haben, etwas sichtbar machen oder aufzeigen, was der Text nicht zeigt oder leistet. Ein bloßes Visualisieren (eines Teils) des Textes ist nicht genug.