28 Fails Later

So sieht übrigens das DVD-Menü der 28 Days Later-DVD aus, die ich letztens bei Video-Buster entliehen habe:

28 Days Later DVD-menu fail

Wollen die mich verarschen? So einen Billig-Cover-Designer-Style ist man ja sonst nur bei Hong-Kong-Raubkopien gewohnt. Hab dann leider vergessen auf der DVD zu schauen, welchem Verleih wir dieses Machwerk zu verdanken haben. Glück gehabt, ihr Hörste. Andererseits ist das wohl kein Einzelfall, ich hab mal einen Artikel gelesen, in dem jemand ähnliches (nämlich das Fehlen des Titels beim Hauptschirm der DVD) bei Disney-Veröffentlichungen von Ghibli-Filmen entdeckt hat.

Ballerspiel-Berichterstattungs Fail

Ich hab irgendwie die sehr naive Vorstellung, daß Journalisten sich mit der Materie auskennen sollten über die Sie schreiben. Daß das völlig realitätsfremd ist und meist einfach nur ein bischen recherchiert und dann ein Artikel zurechtgestückelt wird, will ich irgendwie nicht wahrhaben. Ist aber natürlich so. Traurig sind dann so Sachen, wie dieser Artikel im UniSpiegel über einen professionellenCounterstrike Spieler. Grade von der Studentenausgabe vom Spiegel würde man ja vermuten, daß sie ein bischen mehr dran sind an der Materie. Leider scheint hier aber mal wieder jemand am Werk gewesen zu sein, die von der Materie wenig bis keine Ahnung hat.

Der Artikel ist das übliche Blah-Blah für Leute, die das erste Mal was über das Thema lesen und stellt einigermaßen gleichberechtigt die unterschiedlichen Positionen zum Problemkomplex da, wobei ich manchmal ein unterschwelligen Drall hin zur »Ballerspiele = böse«-Fraktion zwischen den Zeilen gemerkt zu haben meine (allein der Begriff »Ballerspiel« ist ja schon etwas negativ und mag er noch so sehr im Sprachgebrauch verankert sein). Vielleicht ist das aber auch meine Subjektive Interpretation, da die Autorin es anscheinend eher ordentlich mag und somit mit mir nicht viel gemein haben kann, wenn sie ernsthaft Sätze wie diesen ablässt:

»Darunter ein paar postpubertäre Pickelgesichter mit Nietengürteln, Militärhosen oder Totenkopf-Shirts, vor allem aber nette Durchschnittstypen wie Stolle alias Moon.«

Richtig schlimm wird es aber, wenn es um die Materie an sich geht: am Anfang des Artikels wird Wow als »Das Kriegsdrama vor mittelalterlicher Fantasy-Kulisse« bezeichnet, was wohl schon an sich eine der verquersten und unzureichensten Beschreibungen von World of Warcraft ist, die ich bisher gelesen habe. Völlige Unkenntnis zeigt die Autorin dann, wenn das Spiel am Ende des Artikels nochmal (natürlich im Zusammenhang mit Computerspielsucht) genannt wird, wo es plötzlich heißt:

»Jede freie Minute sei für das Schieß-Spiel “WoW” draufgegangen, damals«

Wie genau kommt man dazu solche Fehler zu machen? Man muss ja wirklich überhaupt nichts über WoW wissen und auch nicht mal auf die Seite gegangen zu sein, um es als Schieß-Spiel zu bezeichnen.

Wie immer ist das eigentlich Erschreckende daran, daß man ja davon ausgehen muss, daß solche Fehler ständig und überall passieren, nur daß man sie einem bei Themen, von denen man selbst nicht so viel Ahnung hat niemals auffallen werden. Ich will gar nicht wissen, wie viele falsche Informationen (unwissentlich) über richtig komplexe Themen wie z. B. die Finanzkrise verbreitet werden.

SPD epic fail (Update)

Genau wie der Rest der deutschen Blogsphere gelobe ich hiermit feierlich den Sozial-Demokratischen-Internetausdruckern nie mehr die »schlimmeres (=CDU) verhindern«-Stimme zu geben.

Das wär’ wichtig gewesen, trotz Murat Kurnaz, Vorratsdatenspeicherung, Rente mit 67 und all dem anderen Scheiß, den ihr in den letzten Jahren mit zu verantworten hattet, wäre Nein in Richtung Zensursula ein Zeichen in die richtige Richtung gewesen. Aber ihr habt’s entgültig verkackt. Von jetzt an werden nur noch Stimmen an kleine Splitterparteien verschenkt.

Und: Hallo, Grüne? Wie peinlich kann so eine WUMS-Partei eigentlich noch werden, wenn sie bei so einem Thema mit nur 64,71% Gegenstimmen (und 15 Enthaltungen?!?) gegen die FDP (88,52% Gegenstimmen!) verliert? Das ist ja nur armselig.

Update: Apropos »armselig«, die SPD legt nach: ähnlich wie damals bei der Guttenberg-Wahrheitsgenerierung durch SpOn und Wikipedia begründet die SPD-Politikerin Elke Ferner* ihre Zustimmung zum Zensurlula-Gesetzt damit, daß die (auch ihrer Meinung nach) verfassungswidrigen Verträge mit den Providern zur Errichtung der Zensurinfrastruktur ja schon bestehen würden und dieser Misstand »durch eine gesetzliche Grundlage abzuschwächen und ihre negative Wirkung zu reduzieren« sei. Dieser Logik folgend könnte man ja anfangen alles andere was illegal ist gesetzlich zu erlauben, damit die negative Wirkung dieser Verbrechen schwächer wird (wie auch immer das vonstatten geht). Ich schlage vor, wir fangen mit Drogenkonsum und Filesharing an. Verschwiegen wird bei dieser knallharten, logischen Argumentation allerdings auch die andere Hälfte des Kreislaufs, nämlich daß die Verträge mit den Providern geschlossen wurden um das Gesetz durchzuprügeln. Was jetzt als Begründung für das Gesetz genommen werden kann. Wunderschön!

Übrigens: Jörg Tauss ist jetzt unser erster Mann im Bundestag.

*Der SPD-Abgeordete Martin Dörmann schreibt in diesem Brief an den AK-Zensur (hier ein Kommentar des AK) die gleiche Scheiße.