Animation: KJFG No. 5

https://www.youtube.com/watch?v=8CKcdKBS4I8

„KJFG No. 5“ von Alexei Alexeev/Studiobaestarts. Klassiker, ich hab’ das schon öfters mal gesucht, weil der Titel ja leicht kryptisch ist.

Der Fux hat eine Schweinenase …

Streamen oder Downloaden

Cory Doctorow (einer der Vorreiter von Creative Commons und Copyright-Liberalisierung) hat sich beim Guardian darüber Gedanken gemacht, warum Streaming das sog. Download-Problem nicht lösen wird (Streamingservices á la Hulu werden anscheinend als Allheilmittel gegen illegales Downloaden angepriesen, weil durch selbige augenscheinlich ja keine Kopien gemacht werden). Neben dem hohen Traffic, den Streaming verursacht, werden die Menschen seiner Meinung nach aus Unabhängigkeits- und Sammler-Bestrebungen heraus ihre digitalen Musiksammlungen aber nicht in die Cloud auslagern.

Das kann ich nur bestätigen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Last.fm oder die ganzen Klone (Grooveshark, Spotify etc.) meine digitale Offline-Musik-Bibliothek ersetzen werden. Bei Film und Fernsehen könnte das teilweise anders sein …

via Boing Boing

Musik: Constantinople – »Vermiculus«

Wow, dieses Lied ist einfach nur der Hammer. Constantinople machen wunderschöne Mittelalter/Renaissance-Musik mit arabisch-persischem Einschlag.

Das erinnert nur recht nur entfernt an Dead Can Dance sondern mehr an Hille Perl (schlimme Homepage und ein MySpace-Profil?) oder Anja Lechner & Vassilis Tsabropoulos (Audio auf Youtube, ja das ist toll und sicher ähnlich illegal wie das, was man so bei Grooveshark findet) und die ganzen anderen feinen Menschen, die »unverfälschte« (…), alte Musik spielen.

Wunderschön.

Animation: Flogging Molly – »Float«

Das Video ist nicht mehr neu aber ich kann’s mir irgendwie nicht verkneifen. Hier also nochmal das wunderschöne Stop-Motion-Werk zu einem (meiner kurzen Recherche damals nach leider eher auch dem einzigen) wunderhübschen Folk-Song von Flogging Molly (Argh, es gibt echt immer noch Leute mit Flash-Websites). Und wie das so geht, finde ich den Character im Gegensatz zum ersten Schauen jetzt auch sehr gut (er hat immerhin einen Bart und eine sehr vagabundige Erscheinung).

HipHop

Nach Marius Number 1 auf NDR, ein bischen Beginnern, den alten Sachen von Curse und und Blauer Samt von Torch und natürlich dem unvergesslichen DoppelkopfVon Abseits hat sich bei mir HipHop-mäßig eigentlich nicht mehr viel getan. Manchmal gibt’s dann wieder schöne Sachen, wie form oder der Track unten von Albino. Aber außer dem Stück konnt ich da erstmal nichts so viel finden, wobei bei kurzem Drüberfliegen sowohl Albino als auch Chaoze One einigermaßen politisch und engagiert wirken.

Albino & Chaoze One – »Briefwechsel«:

[audio:http://www.albino-online.de/ptx_media/documents/Albino_Briefwechsel.mp3]

Ach klar, in Istanbul und danach hab ich noch viel Sagopa Kajmer gehört, auch wenn wir nie ein Konzert gefunden haben.

❤ Intro

Ich wollte mich an dieser Stelle eigentlich drüber aufregen wie schlimm das am wenigsten beschissene braunschweiger Stadtmagazin, das Subway, ist, vor allem nach dem Verlust von Hartmut el Kurdi als Mann der letzten Seite (ich hab mich da schonmal drüber ausgelassen). Im Grunde wär’ das nach einigem Nachdenken aber nicht anders als der unsägliche Kolumnist, der el Kurdis Nachvolge in keinster Weise gerecht wird und sich in der neusten Ausgabe über die Inhaltslosigkeit von Wahlplakaten ausläßt, ohne zu bedenken das Wahlplakate – um es philosophisch auszudrücken – vom Ding her inhaltslos sind (die Inhalte einer Partei in einen Satz mir max. vier Wörtern zu quetschen führt zwangläufig zu Phrasendrescherei).* Vom Ding her sind Provinzmagazine aber auch scheiße, insofern will ich das jetzt nicht vertiefen.

Von meinem – neben der abgedrehten Vice und dem Carhart-Hausmagazin Rugged, die beide hier in der Provinz schwer zu fassen sind – Lieblings-Umsonstmagazin Intro gibt es nämlich witziges zu berichten: Beim Herumlesen in #175 stieß ich auf eine Anzeige von der VW-Soundfoundation (da sind wir dann wieder im Dunstkreis Brauschschweig/WOB) wo es um den »ebenso jungen wie talentierten« Rapper F.R. aus, genau, Braunschweig geht, der bei einer Tribute-CD für die Fantastischen Vier mitgewirkt hat. Schön für ihn, aber jemand, der sich nicht zu scheiße dafür ist mit einem Nike-T-Shirt auf einem Photo aufzutauchen, kann mir sowieso gestohlen bleiben.

Das ausufernde Geschwafel der Anzeige liest sich in etwa so:

»Das weiß auch F.R.s Mangement[WTF???]: ›F.R. freut sich sich sehr, den Fantas die Ehre zu erweisen zu dürfen, denn immerhin ist die Band ein Jahr älter als er selbst.‹ Auch die Gästeliste des Albums sei sehr imposant […]«

Soweit, so ekelhaft. Wenn man aber eine Seite weiter nach vorne blättert wird es richtig witzig: hier regt sich Marco Fuchs in der negativsten Weise über die Tribute CD auf, die ich jemals in einer Plattenreview gelesen habe:

»Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Herren Smudo & Co. erscheint eine “Hommage” an Fanta 4, die in ihrer Künstlerauswahl und Qualität der nachgespielten Songs eine neue Dimension des Schwachsinns einläutet, die man in dieser Art und Weise für nicht möglich gehalten hätte.«

Die Schmähschrift mündet dann in Folgendem:

»Ein schockierendes Dokument absoluter Irrelevanz, dem Mario Barth in der ihm so eigenen unsympathischen Weise noch das Sahnehäubchen aufsetzt. 36 Songs, die einem mit ostentativer Grausamkeit Lebenszeit entziehen, dass einem die Luft wegbleibt. Wer nach 25 Jahren Musikhören glaubt, er habe schon ins Auge der Belanglosigkeit geblickt, wird hier eines Besseren belehrt. Unglaublich, wahrlich unglaublich.«

Wunderschön, wahrlich wunderschön!

*Ich hab mich ja auch schon über Wahlplakate aufgeregt, hoffe aber, daß das aus meiner Design-Sicht wenigstens ein bischen sinnvoll war.

Musik: Sichtbeton/Lunte – Mecklenburg

Dieser knapp 40-minütige Track gehört neben Doppelkopfs »Von Abseits« zu dem Besten was Deutscher HipHop so kann. Wobei es sich bei diesem Track nicht um HipHop handelt, sondern um ein Klangwerk, das Beats, Melodien und Samples aus Filmen, vom Bäcker, Radiowecker und anderem zu einem Teppich verwebt, den ich immer wieder mit Begeisterung höre.

Hier ist ein Myspace– und last.fm-Profil, den Track gibt’s bei Archive.org für umsunste.

[audio:https://archive.org/download/Sichtbeton-Mecklenburg/Sichtbeton_Lunte_Mecklenburg.mp3]

Shorty: The Princess and the Pearl

jfml - Nebel

The Princess and the Pearl sind eine lokale Band hier aus BS, ich glaube, die studieren beide in der Klangklasse in der HBK. Drauf gekommen bin ich über Stefan, der denen ihr Album-Artwork gemacht hat. Ich bin total hin und weg von dieser sphärischen, märchenhaften Musik.

Dieses Nebel-Bild von mir ist eine direkte Reaktion auf das Album, auch wenn es, meiner Meinung nach, nicht mehr viel mit dem schwebenden Klang der Musik zu tun hat.

ST. ANGER!!!

Hab grade zu diesem, wahrscheinlich einzigen schlechten taz Artikel bisher, einen Kommentar geschrieben:

Auch ich finde den Artikel etwas merkwürdig. Klar, es wirkte in einem Spiegel-Interview letztens nicht sehr glaubwürdig als Hetfield meinte, sie hätten Napster nie verklagt, daß sei alles ein großer Irrtum.

Ich kann ihre (damalige?) Position nicht gutheißen aber ich kann sie nachvollziehen, ich kann verstehen, wenn Musiker erstmal denken, daß sie ohne CD-Verkäufe ganz schön am Arsch sein werden. Wenn das jemand wie Metallica macht, die Millionen im Sack haben, wirkt das natürlich lächerlich aber generell ist der Markt einfach dabei eine kollosale Wandlung durchzumachen und ich bin sicher, daß einige dabei draufgehen werden.

Some Kind of Monster haben mir Metallica näher gebracht als sie mir jemals waren, mir, einem eher mittleren als Hardcore-Fan. Mit diesem Film im Hinterkopf ist das St. Anger-Album das nach den eher gemäßigten Load & Reload nochmal volles Rohr gab umso bewundernswerter.

Für mich persönlich ist St. Anger kein “umstrittenes” Album, es ist das beste, erwachsenste Album, das sie bisher gemacht haben. Ein Album, das mir gezeigt hat, daß man mit Metallica noch rechnen muss, daß sie bereit sind nochmal richtig auf den Putz zu hauen und nicht wie viele Bands (z. B. Marilyn Manson, Moonspell etc.) einfach seit Jahren stupide Scheiß rausbringen, der genau wie eine Kopie des letzten Albums klingt.

Ich dachte nach Reload Metallica sei auch auf diesem absteigendem Ast, auf dem ich schon so viele mir sehr liebe Bands verlorenen habe, aber mit St. Anger kam dieser “Wir sind verdammt nochmal nicht tot-Schlag” ins Gesicht.

So soll Metal sein, danke Metallica.

Arvo Pärt – »Alina«

Ach, wie schön das Leben seine Kreise zieht: Bei der Michael Ende-Recherche kam auch noch heraus, daß Arvo Pärt wohl Musik geschrieben hat, die von Endes Kurzgeschichtensammlung »Der Spiegel im Spiegel« inspiriert ist.*

Arvo Pärt sagte mir insofern etwas, als daß ich mich zu erinnern meinte, daß mein Vater ihn verehrt, sehr zu recht, wie sich herausstellte. Das betreffende Werk nennt sich »Alina«, dauert eine knappe wundervolle Stunde und enthält zwei Tracks die »Alina« und drei, die »Spiegel im Spiegel« heißen.

Die, stille, in sich gekehrte Klaviermusik ist für mich am ehesten mit Sandhan (nicht die Rockgruppe…) oder Ludovico Einaudi zu vergleichen ist aber noch bei weitem reduzierter und irgendwie klarer. Kein Tamtam, nichts überflüssiges, nur Klaviertöne, teilweise von Cello oder Geige begleitet. Ob es an der Aufnahme oder am Können des Pianisten Alexander Malter liegt mag ich nicht zu sagen aber diese Musik hört sich bei weitem »echter« an als die Stücke von Einaudi, die manchmnal sehr perfekt/steril klingen. Bei Malters Spiel meint man teilweise das Geräusch hören zu können, das ensteht wenn das Pedal heruntergedrückt wird oder ähnliches.

Wunderbar.

*UPDATE 2013: L. weist mich grade per Mail darauf hin das Arvo Pärts Werk 1978 veröffentlich wurde, Endes Kurzgeschichten 1983, wenn überhaupt war die Inspiration also andersrum aber auch davon steht im Wikipedia-Artikel, aus dem ich mich erinnere diese Information zu haben kein Wort. Insofern sind beide Thesen erstmal reine Phatanasie. Schade.