Gemischtwarenladen

Hab’ diese Woche endlich Shirobako (only in Japan: an anime about making anime!) zu Ende geguckt. War mir garnicht klar, dass da so viele „reale“ Menschen aus der Branche mitspielen. Und gleichzeitig gruselig nochmal dran erinnert zu werden, dass auch in der Anime-Industrie zufällig™ alle hohen Positionen von Männern besetzt werden und die männlichen Charaktere alle individuelle Gesichtszüge haben währen die weiblichen nur ca. eine ähnliche Frisur wie ihre realen Vorbilder haben und ansonsten Anime-Standard sind. Ein Phänomen, das auch bei Pixar grassiert. Frauen sind halt schwerer zu animieren, weil Sie auch schön sein müssen, wenn sie Emotionen zeigen (Link Via) So viel Bullshit!. Die Serie war aber gut und circa das was ich mir von Ghiblis Kingdom of Dreams and Madness erhofft hatte. Hier noch mehr Generde zum Thema Animeproduktion.

Hatte ich hier glaube ich noch nie verlinkt: Megamagisch, der Podcast für Nerdthemen, mit Menschen, die sich mit Feminismus etc. auskennen, was das anhören sehr viel angenehmer macht. Ähnliches gibt’s übrigens hier für Games (und zwar auch z. B. Mobile Games) mit herzteile.

Orly-der Woche: Auch der deutsche Literatur- & Feuilleton-Betrieb ist ein riesiges Sausagefest, no girls allowed.

Warum hab’ ich das nicht schon vor Jahren nachgeguckt: Es ist möglich die Standard-Breite von Finder-Spalten selbst festzulegen, wenn bei der Größenänderung der Spalte die Wahl-/Alt-Taste gedrückt wird. Endlich kann ich auch mal ein paar Dateinamen lesen!

In Amerika arbeiten sie hart daran, dass niemand mehr ins Kino geht.

Endlich ein Adventure Time-Spiel in 3D. Der Running-Cycle von Finn ist der Hammer (die Arme!)

Michael Dudok de Wit (Father and Daughter, The Monk and the Fish) macht einen Film namens The Red Turtle, der von Arte und Studio Ghibli produziert wird (animiert wird er vom franz. Studio Prima Linea (Zarafa, Fear(s) of the Dark)).

EU-Richtlinie zur Senkung vom Verbrauch von Plastiktüten. Immerhin etwas aber sogar, wenn wir die einfach mal verbieten würden, gäbe es immer noch mehr als genug Plastik (als Verpackungen und ca. allem anderen), was dann in die Natur, „die Nahrungsmittelkette […] – und damit auf unsere Teller“ glangt.

Diese Woche Elementary (3-22) hatte endlich mal wieder eine der coolsten Charaktere, neben Ms. Hudson und Marcus Bell am Start: Alfredo!

My Love Story!! / Ore Monogatari!! macht weiterhin alles richtig. Das wird spannend, in welche Richtung sich das jetzt entwickelt.

Podcast: Stuff you missed in history class

„Stuff you missed in history class“ ist ein englischsprachiger Podcast von howstuffworks.com, in dem Tracy V. Wilson und Holly Frey über weniger Bekanntes aus der Menschheitsgeschichte im allgemeinen und Frauen in der Geschichte im besonderen berichten. Das ist wieder aus westlicher/amerikanischer Perspektive aber immerhin ist der Fokus gefühlt nicht so stark auf den Westen™ bezogen, wie in den Schulgeschichtsbüchern.

Die Episoden sind meist kurz und knapp und dienen eher als Übersicht zu den einzelnen Themen, die es dann selbst vertiefen gilt aber es ist viel Interessantes dabei, z. B. Portraits von Zenobia, Boudica, Cixi, Ada Lovelace etc. Dazu ganz passend: Ein Post von The Mary Sue über Frauen in der Militärgeschichte (ja, sie nehmen da leider die wahrscheinlich wieder krass rassistische Fortsetzung von 300 als Ausgangspunkt – anscheinend ein weiterer Film für die Guys Smash Girls Shoot-Trope). Eine ähnliche Sammelfolge über kriegerischen Frauen gibt’s bei SYMIHC übrigens auch.

RSS-Feed hier.

Podcast: Vorzeiten

Bei Vorzeiten berichtet Stephanie Dahn in zur Abwechslung mal eher kurzen Podcasts von der Mythen und der Geschichtenbildung der Menschheit, von der Frühzeit hat sie sich aktuell bis zum Neolithikum/der Jungsteinzeit vorgearbeitet und natürlich ist das in einer Zeit in der es noch keine schriftlichen Aufzeichnungen gab (schon gar keine, die die Zeit überlebt hätten) besonders interessant.

Sowieso ist das für jemanden wie mich, der sowohl von Geschichte als auch von Mythen total begeistert ist, eine perfekte Mischung (auch wenn der Fokus natürlich eher wieder hauptsächlich auf dem westlichen Kulturkreis liegt).

Feeds etc. gibt’s hier.

Podcasts: Der Computer kann alles & Nrrrdz

 

Ich will 2014 (noch) mehr Podcasts hören, die mindestens eine Frau (jahaa, hohe Ansprüche) als Teilnehmende/Sprecherin/Podcasterin haben. DCKA schafft das mit 50 Prozent und ist eine gute Alternative zu den ganzen Male Nerds Only-Podcasts (Hallo, Metaebene/CCC) da draußen.

In einer der letzten Folgen wurde zum Beispiel dieser gruselige, reaktionäre Beitrag* von fefe besprochen (und auch nochmal auf die großartige Zerpflückung von sanczny verwiesen) und auch über die Implikationen von Assange auf dem 30c3 geredet (wobei mir da zu wenig auf diesen „Helden sind auch nur Menschen mit Fehlern“-Quatsch eingegangen wurde, der in der Diskussion gerne kam).

Oh, ah, die eine Hälfte des Duos ist Kathrin Ganz, die auch den sehr hörenswerten (leider eher unregelmäßig erscheinenden) Nrrrdz (den dann wiederum mit Maj Bootred von heiter scheitern) macht, cool!

DCKA, läuft im FSK, Podcastfeed am besten selbst machen über freie-radios.net (wenn’s sein muss hier als Feedburner aber das ist ja böse).

*Tja, „Bildzeitung für Nerds“ stimmt halt leider auch von der politischen Ausrichtung.

Fantasy: Abhorsen, Keys to the Kingdom, Merle-Trilogie

Nach dem Lesen von Nicholas Sayre and the Creature in the Case in Across the Wall und meinem erschreckten Feststellen, daß das ja die einzige Old Kingdom-Geschichte in dem Band ist, habe ich begonnen die Hörbücher, gelesen vom immer wieder brillianten Tim Curry, nochmal zu hören, ich bin irgendwie total fasziniert von der Welt, die Garth Nix da erschafft, ein Gefühl, wie ich es z. B. aus den besten Momenten von The Elder Scrolls: Morrowind kenne.

The Creature in the Case war ein wunderschönes Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren und der Welt und die Hörbücher sind jetzt natürlich nur eine Übersprungshandlung, bis vielleicht mal neue Bücher kommen. Hier finde ich die Idee ein Buch über Chlorr of the Mask zu machen, also einer in der Serie als »Böse« Auftretende (wobei man Nixs Sympathien für sie am Ende von Buch 3 im Nachhinein schon ahnen kann) fast genauso spannend wie ein Sequel zu Abhorsen.

Der Keys to the Kingdom-Serie stehe ich noch ein bischen skeptisch gegenüber. Das erste Buch war im Großen und Ganzen echt gute Kost, das zweite kommt noch nicht so wirklich in Schwung. Mister Monday und Grim Tuesday sind für mich bis hier eher wie – die auch wirklich nicht schlechte – Merle-Trilogie von Kai Meyer, gute Unterhaltung zwar aber an das Alte Königreich reichen sie nicht heran.

Apropos, die Merle-Trilogie höre ich ja auch mit gemischten Gefühlen: Einerseits mag ich das Setting Venedig und die Charaktere recht gern, und auch die Idee einer real existierenden Hölle finde ich großartig, mit den Ägyptern/Pharaonen als Feinden tue ich mich allerdings noch schwer. Ich glaube, die Kultur ist mir durch Kindertage und diese beschissenen Die Mumie-Filme irgendwie zu verleidet worden als daß ich da wirklich noch Angst vor haben könnte. Und mit Verlaub gesagt, während ich Katharina Thalbachs Lesung von Kai Meyers Frostfeuer ziemlich überzeugend fand, stößt Nina Petri bei der Merle-Saga merklich an ihre Grenzen. Den jungen Protagonisten kann sie einigermaßen glaubhaft eine Stimmer verleihen, bei älteren Menschen, Bösewichten und monströsen Getier, das einen gruseln sollte, gelingt dies aber überhaupt nicht, was der Spannung der Erzählung natürlich nicht grade gut tut

Ach, ja: hatte ich damals übersehen: bad news, sie machen einen Sabriel-Kinofilm (und vielleicht auch einen oder mehrere von Keys to the Kingdom). Irgendwie bin ich aber soweit, daß mir das echt egal ist, ich werde es mir sowieso nicht anschauen, nach dem Goldenen Kompass, Krabat und diversen anderen Machwerken lässt es mich inzwischen völlig kalt, wenn meine Lieblinge durch die Hollywood-Maschine gedreht werden.

Garth Nix – »Abhorsen«-Trilogy Hörbücher

Nach Harry Potter und einem zweiten Lesen von Susanna Clarkes Jonathan Strange & Mr. Norrell stieß ich auf der Suche nach mehr Kost auf Garth Nix’ Abhorsen -Bücher, gelesen in English von dem phantastischen Tim Curry (anscheinend Rocky Horror Picture Show, hab ich mich nie mit befasst). Bei emusic gibt’s ein paar Kostproben zur Trilogie: (Sabriel, Lirael, Abhorsen), allerdings geben die nur sehr mäßig wieder wie perfekt seine rauhe, kratzige Stimme für diesen Fantasy-Schund ist (was ich seit dem Hören immer wieder im Kopf habe ist, wie Curry am Ende des erstem Bandes dem fiesen Oberdämon Kerrigor seine Stimme verlieht, und der dieses eine Wort schreit: »Toys!«. Es ist einfach nur unglaublich …).

Wieder mal bin ich ganz neidisch auf den Einfallsreichtum von Garth Nix, wie er diese phantastische Welt mit ihren eigenen Gesetzen, Magie und Protagonisten ausstattet.

Hab jetzt grad viel Zeit damit verbracht zu versuchen, daß zusammenzufassen und zu erklären, was ich an der Reihe cool finde, das Magiesystem, den Charter, die Idee vom Zwischenreich zwischen dem Leben und dem entgültigen Ende, Necromancern, Anti-Heldinnen und -Helden mit Pupertäts- und Sozialisationsproblemen, die Mischung zwischen einem Fantasy- und einem ca. 1910 Land, aber ich krieg es kein Stück hin (Wikipedia natürlich schon).

Aber es gibt fucking Zombies! Ist das mal Grund genug um diese Bücher geil zu finden, oder was? Und sprechende Hunde und Katzen (die natürlich eigentlich keine sind)!

Natürlich lechtze ich nach mehr und Garth Nix is there to save the day (and earn some money): hab mir grad den Kurzgeschichtenband Across the Wall bestellt und es gibt frohe Kunde: zwei neue Romane sind in Arbeit. Jetzt sind erstmalThe Keys to the Kingdom als Hörbuch dran. Ein Asthma-kranker Junge als Held ist schonmal cool.

Harry Potter-Hörbücher

Ich bin ja von dieser Krankheit befallen, daß ich alles, was irgendwie populär ist, erstmal ablehne. Das beruht natürlich auf der Erfahrung, daß die Masse den denkbar durchschnittlichsten = schlechtesten Geschmack hat (siehe z. B. kommerzielle, nicht-staatliche Radiosender) und als Konsequenz daraus, Dinge, die allgemein gemocht werden, nicht wirklich aufregend oder extraordinär, sprich gut, sein können. Daß man sich dadurch auch eine Menge verschließt wird mir in letzter Zeit immer wieder klar, jüngstes Beispiel ist Harry Potter.

Die Potter-Manie habe ich damals von Ferne beobachtet und irgendwann mal aus Langeweile den ersten Potter-Film teilweise im Fernsehen gesehen, das wurde mir aber sehr schnell öde. Im Goethe Institut in Istanbul widmete eine ältere Ausgabe von Literaturen sich dem Phänomen und als sich mir dann die Möglichkeit, bot Harry Potter als Zeitvertreib auf endlosen Bahnfahrten durch deutsche Lande zu hören habe ich die Chance ergriffen. Die UK-Fassung wohlgemerkt, gelesen vom wunderbaren Stephen Fry.

Und, was soll ich sagen, ich mag Harry Potter. Natürlich ist das keine große Literatur sondern vor allem Unterhaltung (und ja auch deswegen so erfolgreich, es ist das ewige ProblemPhänomen, was in irgendeiner Weise hintergründig oder essentiell ist, kann vom Durchschnittsbürger nicht verarbeitet werden) und es gibt immer wieder Passagen, die für meinen Geschmack zu sehr für eine pupertierende Teenager-Zielgruppe geschrieben sind aber im großen und ganzen wird man halt mehr als gut bedient. Rowling meistert die große Aufgabe der Fantasy-Literatur, einen eigenen, überzeugenden Kosmos zu schaffen bravourös, die Geschichte ist immer wieder spannend und es gibt einen Haufen liebenswerter Charaktere (mein Favourit ist natürlich Luna Lovegood).

Mein Held Wiglaf Droste holte damals auf der Höhe der Potter-Welle zum Rundumschlag nicht nur gegen Harry Potter sondern gegen Fantasy im Allgemeinen aus: »Fantasy ist das Gegenteil von Fantasie, das braucht kein Kind und kein Erwachsener« hieß es da. Das sehe ich anders, Fantasy-Literatur kann im besten Fall auch ein Spiegel der Realität sein und wenn sie es nicht ist, ist mir eine Realitätsflucht auch sehr recht.

Walter Moers – »Wilde Reise durch die Nacht«

Im Plenum erwähnte J. letztens, als es um Gustave Doré ging, daß Walter Moers seine »Wilde Reise durch die Nacht« ziemlich gut auf Dorés Stiche geschrieben hätte. Und wie das Leben so spielt, entdeckte ich ein paar Tage später zufällig, daß ich die Hörbuchfassung habe, gesprochen von Dirk Bach (der auch schon ein paar von meinen liebsten Terry Pratchett-Hörbuchfassungen seine Stimme geliehen hat).

Ich bin ganz und gar kein Fan von Moers Zamonien-Büchern (zurzeit zumindest, ich weiß aber das sich das vielleicht noch ändern kann), irgendwie packen sie mich nicht sonderlich und ich finde es schrecklich, daß das Buch so von Illustrationen überbordet, daß die eigene Phantasie auf der Strecke bleibt. Das ging mir übrigens bei »The Ladies of Grace Adieu« ähnlich, wobei die Illustrationen dort ja nicht allzuviele sind.

Die »Reise durch die Nacht« ist aber auf jeden Fall sehr zu empfehlen, eine phantastische, um nicht zu sagen traumhafte, Achterbahnfahrt durch ein bizarres Universum, von Herrn Bach sehr gut in Szene gelesen.

Terry Pratchett & Blood Bowl

Hihi, schön, wie Sachen irgendwie zusammenpassen. Ich bin grade dabei ernsthaft Terry Pratchett zu entdecken, als Hörspiel erstmal, zufällig. Schöne, seichte aber doch intelligente Kost.

Dazu passend dann dieser Genre-mashup zwischen Sportspiel (Uah!) und Fantasy (Yay!): Blood Bowl. Die Idee könnte von Pratchett sein. Das Spiel an sich wird zwar nicht so meins sein aber das Konzept ist schon fein.